‹ zurück zu allen Andachten

01.09.2026

Losung September 2026

Prediger 4,6: Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

 

Zufriedenheit

 Das ist eine hohe Kunst und oft auch ein hartes Stück Arbeit in der Erziehung Gottes. Die Weisheitsliteratur befasst sich oft mit diesem Thema. Hier dazuzulernen, ist also eine Weisheit, die das Leben befreit und bereichert.

Salomo zieht im Buch Prediger die Bilanz eines Lebens ohne Gott. Dabei macht er immer wieder deutlich, dass die Ausrichtung eines Lebens nicht zufällig die Früchte bringt, die sie bringt. Paulus beschreibt das mit der Formulierung: „Was der Mensch sät, wird er ernten“. Mit „Haschen nach Wind“ fasst Salomo wohl nicht zuletzt auch eigene Erfahrungen zusammen. Sein Harem von 1000 Frauen macht deutlich, daß es in seinem Leben auch nicht nur göttliche Weisheit gegeben hat. „Haschen nach Wind“ bedeutet, man richtet sein Leben auf substanzlose Dinge aus, wodurch man ein leeres Leben führt, an dessen Ende nichts übrig bleibt. Schon Howard Carpendale hat erkannt, dass man den Wind aber niemals einfängt. So wird „Haschen nach Wind“ zu einem Hamsterrad. Man verliert die Kraft, und man verliert den Sinn.

Sehr interessant finde ich die Formulierung „beide Fäuste voll“. Wieviel Krampf, wieviel Anstrengung und auch Feindseligkeit steckt doch darin! Können da noch Freude, Vertrauen oder Zugewandtheit vorkommen? Das Leben wird zum Abwehrkampf gegen das Nichts, und den verliert man zwangsläufig.

Die Frage, was besser ist, dreht sich offensichtlich um den Maßstabsbegriff „gut“. Ihre Antwort ist also davon abhängig, wie man den Begriff „gut“ füllt, und wer das bestimmen darf. Nun gibt es viele Geister, die ein Interesse daran haben, den Begriff „gut“ für mich zu füllen – allerdings nie so, dass es für mich gut wäre. Einerseits werden mir Bedürfnisse untergeschoben, die ich nicht habe. Andererseits wird direkt die Sünde in mir angesprochen. Wer darf das regieren?

Zufriedenheit und Dankbarkeit sind Früchte davon, daß Gott mich mit seinen Augen auf das leiten darf, was er mir schenkt, wie er mich versorgt, was in seinen Augen gut ist. Zur Ruhe kann ich kommen, wenn ich mich von Gott lehren lasse, mit seinen Augen zu sehen.