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01.03.2026

Losung März 2026

Jesus begegnet dem Tod
Der an sich auch liberale Theologe Ernst Fuchs wurde von Dorothee Sölle wider Willen in die „Gott ist
tot“-Diskussion hineingezogen. Er machte aber seinerseits damit kurzen Prozess, indem er fragte:
„Was passiert mit dem Tod, wenn Gott ihn stirbt?“.
Der Tod war es, der Jesus vom Himmelsthron in die Welt gebracht hat. Das Aufhören der
biologischen Existenz ist dabei nur das äußere Anzeichen für den wirklichen Tod, nämlich den Lohn
der Sünde, der die Menschen in eine Ewigkeit fern von Gott bringt. Diese Trennung ist es, wegen der
Jesus die Augen übergehen, bzw. sich ihm die Eingeweide rumdrehen („Es jammerte ihn.“). In
Situationen wie hier am Grab des Lazarus oder bei „Jairi Töchterlein“ oder dem „Jüngling zu Nain“
kommt das wohl immer besonders zum Tragen.
Diese Not zwingt Gottes Vaterherz zu einer Antwort, und Jesu Herz voller Mitleid, macht ihn selbst zu
dieser Antwort: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn
er stirbt, und wer lebt und an mich glaubt, wird nimmermehr sterben“.
Aber weshalb weint Jesus hier? Wenn der Fürst des Lebens dem Tod ein Ende setzt, wie viele Tränen
ist dieser besiegte Feind dann noch wert? Es ist vielleicht vielmehr die Tatsache, dass die Menschen
ihren Unglauben, und damit ihren Tod festhalten, obwohl sie Jesus haben könnten.
Auch die Schatten, die der Tod ins Leben der Menschen wirft, bewegen Jesus immer wieder zum
Handeln. Er kann sein Herz nicht vor dem verschließen, was der Tod schon mitten im Leben
anrichtet. Deshalb dürfen auch diese Dinge schon seinem Sieg über den Tod unterstellt werden.
Im Zusammenhang mit dem Tod des Lazarus begegnet uns verschiedentlich, wie sehr das Herz und
die Macht Jesu unterschätzt werden. Den Jüngern bleibt seine Trödelei völlig unverständlich, Martha
wirft ihm vor: „Wärst du nur hier gewesen“. Jesus handelt aber so, um klarzumachen, wie völlig sein
Sig über den Tod und wie mächtig die Kraft seiner Auferstehung ist. Es soll die, die es miterleben,
ermutigen, sich ihm völlig anzuvertrauen und alles der Kraft seiner Auferstehung auszuliefern.