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01.02.2026

Losung Februar 2026

5.Mose 26,11: "Du sollst fröhlich sein über alles Gut, das der Herr, dein Gott, dir und deinem Hause
gegeben hat!"


Lebensdank
Am Ende der Wüstenzeit redet Gott über das Große und Ganze, das die Israeliten im Blick auf sein
Handeln beachten sollen, wenn sie im Land sind. Es geht um die grundsätzliche Wahrnehmung, dass
Gott in allem und durch alles an ihnen gehandelt und sie seine Wege geführt hat. Und es geht um die
Lebenshaltung, die sie aufgrund dessen im Land einnehmen sollen. Ich würde ja sofort das „trotz
allem“ thematisieren, aber Gott deckt das mit Schweigen zu. Er führt offenbar keine schwarzen
Listen.
Mit dem Opfer der Erstlingsfrüchte soll dargestellt werden, dass das Land Gottes Eigentum ist, und
das Volk dieses Land als Gabe aus Gottes Hand nimmt. Damit soll die Haltung deutlich werden, die
Paulus so formuliert: „Was hast du, dass du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen
hast, was rühmst du dich wie einer, der es nicht empfangen hat?“.
Menschliche Geber haben oft mit narzistischen Störungen zu tun, die zu einer „Du verdankst mir
alles“-Haltung führen. Der Geber aller Güter erwartet von seinem Volk dagegen Freude an den
Gütern und daraus resultierend Freude daran, Gemeinschaft mit dem Geber zu suchen. Sie sollen ihr
Leben nicht auf Unterwürfigkeit hin, sondern vom Dank her leben.
Dieses „Du sollst“ liest sich immer so fordernd. Erst, wenn man erkennt, woraufhin Gott so
formuliert, wird deutlich, dass es eher auffordernd ist. In unserem Fall ist das aber vielleicht nicht
ganz so schwierig, weil der Inhalt der Aufforderung ja die Freude über Gott als den Geber aller Güter
ist. Dieses „Du sollst“ bringt aber immer auch eine Exklusivität mit sich, die zu beachten ist. „Du sollst
keine anderen Götter haben“ beruht darauf, dass allein Jahwe sein Volk aus der Sklaverei in die
Freiheit geführt hat, sonst keiner. „Du sollst nicht töten“ beruht darauf, dass allein Jahwe als wahrer
Gott das Recht hat, eine geltende Ethik festzusetzen. „Du sollst fröhlich sein“ beruht nun darauf, dass
allein Gott der Geber aller Güter ist. Da Jesus kein Sozialist war, ist für ihn nicht der Reichtum des
Kornbauern das Problem, sondern die Tatsache, dass es Gott-loser Reichtum ist.
Gott betont in diesem Kapitel mehrfach, dass „der Levit und der Fremdling bei dir“ denselben Grund
zur Freude haben sollen. Sie haben doch gar keinen Anteil am Land und seinen Früchten. Aber so,
wie sie Anteil am Herzen Gottes haben, sollen sie offenbar auch Anteil an seinen Gaben haben durch
das Volk. Sein Volk ist also nicht die Endstation seiner Güter, so dass am Bahnhof „die alten Scheunen
abgerissen und größere gebaut „ werden müssen.