Losung 26.Juli 2026
1. Mose 45,24: "Josef sprach zu seinen Brüdern: Zanket nicht auf dem Wege!"
Matthäus 5,9: "Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen."
Frieden
Von menschlichen Organisationen haben wir an dieser Stelle wohl nicht viel mehr als heißen Dampf zu erwarten. Sie erwarten Frieden von Menschen, in deren Innerem Krieg herrscht. In deren Äußerem herrscht auch Krieg, weil sie keinen Frieden mit Gott suchen. Wo soll also Frieden herkommen?
Josefs Brüder waren auch so Kandidaten, die durch ihr eigenes schuldhaftes Verhalten und das entsprechende Zusammenspiel in der Familie einem Psychoanalytiker mehrere Villen finanziert hätten. „Zanket nicht auf dem Wege!“ klingt ein bisschen wie „Nu verlier dat net!“. Der Leopard wechselt seine Flecken nicht. Wie soll jemand nicht zanken, der aus Zank besteht?
Die Gotteskindschaft macht den Unterschied. Gott hat die bisherige Feindschaft seiner Erlösten auf Jesus Christus gelegt und sie so zum Frieden geführt. Dieser Friede kann und muss sich nun in vier Bereichen auswirken:
1. Frieden mit Gott: Die elementarste Lebensbeziehung, zu der der Mensch geschaffen ist, ist nicht mehr länger zerstört. Die Trennung von Gott einerseits und der Zorn Gottes andererseits bestehen nicht mehr.
2. Frieden mit sich selbst: Es gibt leider die seelsorgliche Not, dass Menschen mit sich selbst so zerstritten sind, dass sie mit niemandem in Frieden leben können. Hier will Jesus Christus als friedensstiftender Seelsorger mit der Kraft seiner Auferstehung heilen und Neues schaffen.
3. Frieden mit den Kindern Gottes: Jesus Christus erhebt als Herr den Anspruch, dass in diesem Kreis sein Geist regiert und seine Maßstäbe gelten. Wachsen zu ihm ist Wachsen zueinander hin.
4. Frieden nach außen: Aus einem Herzen, das Jesus neugeschaffen hat, soll das nach außen gehen, wofür Gottes Herz schlägt.
Paulus nennt Frieden an zweiter Stelle dessen, was Gottes Geist in einem neugeschaffenen Herzen wirkt (Gal. 5). Hier redet die Bibel von einem grundlegenden Unterschied zwischen einst und jetzt (Eph. 2). Wo dieser Geist nicht Neues schafft, da ist „der Gott der gegenwärtigen Weltzeit“ am Werk „in den Kindern des Ungehorsams“. Wo dieser Geist aber Neues schafft, da entsteht Leben, wie Gott es verwirklicht sehen will, und dazu gehört Frieden.
Frieden stiften kann nur ein Herz, das selbst Frieden nicht „bis auf weiteres“ lebt. Wenn im Siegerland jemand sagt: „Wir haben so ein gutes Verhältnis in der Familie“, kommt eigentlich immer die Rückfrage: „Habt ihr das Erbe schon geteilt?“. Frieden stiften kann nur, wessen Herz zum echten Frieden gebracht ist. Wer Krieg (- auch Kleinkrieg -) beenden will, muss aufhören, selbst im Krieg zu leben. Ein Herz, in dem „der Gott der gegenwärtigen Weltzeit“ wirkt, kann das aber nicht.
Wirklich bedenklich ist nun die Frage, warum so wenig Frieden von denen ausgeht, in deren Herzen der Geist Jesu Christi die Frucht des Friedens schaffen will. Wir träumen ja nicht mal vom Weltfrieden – jedenfalls nicht, bis Jesus wiederkommt. Aber Frieden in unseren persönlichen Verhältnissen wär doch schonmal ein Anfang. Am Geist Gottes liegt es nicht.
