‹ zurück zu allen Andachten

22.02.2026

Losung, 24. Februar 2026

Jesaja 29,19: "Die Elenden werden wieder Freude haben am Herrn, und die Ärmsten unter den Menschen werden wieder fröhlich sein in dem Heiligen Israels."

2.Korinther 8,9: "Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus. Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet."

Aufrichtung durch Ausrichtung

„Im Herrn“, „in dem Heiligen Israels“; d.h., Gott will sein Volk dadurch wieder zur Freude bringen, dass er selbst sich zu ihrer Freude macht. Das Richten, von dem dieses Kapitel spricht, ist also ein Ausrichten. Er will z.B. ihre falschen Gottesdienste zerschlagen. Dann aber, wenn ihre Hände leer und ihre Herzen orientierungslos sind, will er ihnen begegnen. Bei Micha argumentiert Gott ganz ähnlich: Was du dir da aufbaust, ist Selbstsucht und soll dir letztlich zum Schutz gegen mich dienen. Das zerschlag ich dir (Micha 1). Dann wendet sich Gott in besonderer Weise denen zu, die erkannt haben, dass sie mit Selbstsucht nichts zu gewinnen haben, die vielleicht nicht mal die Möglichkeit haben, das zu versuchen. Sie „werden wieder fröhlich sein in dem Heiligen Israels“. Gott wird sich ihnen also in besonderer Weise als der offenbaren, der er ist – eine Offenbarung, von der sie bisher wohl durch falsche Gottesdienste abgeschnitten waren. Diese Zuwendung ist Jesus Christus. Gerade mit seinen Ich-bin-Worten macht er deutlich, dass er der gegenwärtige Gott, eben „Ich bin“, ist. Als solcher ist er in die Armut der Menschen eingetreten, um sich dadurch zu offenbaren, dass er ihnen begegnet. Bei amerikanischen Evangelisten ist es die Beseitigung der Armut, im Evangelium ist es die Begegnung mit diesem gegenwärtigen Gott, die die Freude begründet – auch für Elende und Arme, wie die weltweite Situation der Gemeinde zeigt. Gnade bezeichnet hier, bevor sie am Kreuz zur versöhnenden Gnade wird, das Kommen Jesu Christi in die Armut menschlicher Existenz, die Begegnung der Gegenwart Gottes mit der menschlichen Verlorenheit. Hieraus soll die Freude entstehen, die entsteht, wenn in die Hoffnungslosigkeit der Helfer, in die Verlorenheit der Finder, in die Machtlosigkeit der mächtige Gott selber eintritt. „Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein!“ Paulus schreibt den Ephesern, dass ihr Reichtum in nichts weniger besteht als im ganzen Segen des Himmels. Dieser Reichtum ist in Christus und kann nicht von ihm getrennt werden. Ich habe diesen Reichtum, wenn ich „in Christus“ bin. Dieser Reichtum ist also nicht mein Besitz, und gleichzeitig haben „die Elenden und Ärmsten unter den Menschen“ nicht weniger Reichtum. Wir dürfen Eigentum Jesu Christi sein und „in ihm“ alles haben.