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20.09.2026

Losung 20.September 2026

Psalm 40,17: Die dein Heil lieben, laß allewege sagen: Der Herr sei hoch gelobt!

 

2.Timotheus 4,18: Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen!

Herausgerissen

 Das Lob Gottes, das David in Psalm 40 formuliert, ist ein ganz handfestes: Du hast mich herausgerissen! Eine Schlammgrube wie „die Sümpfe der Traurigkeit“ in der unendlichen Geschichte? Eine Schlangengrube wie sein eigener Hof zur Zeit Absaloms?  Gott hat gesehen, in was für einer „grausigen Grube“ David steckte, hat zugepackt, ihn herausgezogen und auf festen Boden gestellt.

David fokussiert sich nicht auf das Ausharren, das von ihm gefordert war. Das fand ja statt, als er eben noch in dieser Grube steckte. Wenn er die notvolle Situation schildern würde, wär die seelsorgliche Schwere doch viel besser nachzuvollziehen. Es geht ihm aber darum, Gottes zupackende Seelsorge zu schildern, hinter der die Schwere zurücktritt.

Diese Erfahrung begründet seine Bitte an Gott, ihm auch in noch offenen Situationen seine Güte und sein Erbarmen zu schenken. Denselben Zusammenhang schildert Paulus in Römer 5: Ausharren bringt Geduld, Geduld bringt Bewährung, Bewährung bringt Hoffnung. Erfahrene Seelsorge festigt den Glauben, und diese Festigung macht den Glauben auch noch zu erfahrender Seelsorge gewiß.

Paulus schildert den Philippern gegenüber seinen Weg mit Gott als einen Lernprozeß, zu dem immer auch ein seelsorgliches Lernen gehört hat. Den Korinthern gegenüber beschreibt er Situationen tiefer Not so, daß Gott sie benutzt, um daraus seinen Dienst zu gestalten: Der Gott allen Trostes hat die Not des Paulus genutzt, um seinen Trost zu offenbaren und ihn dadurch mit Trost für andere auszurüsten. Der Teil des Lernprozesses, in dem es darum geht, auf Gottes Handeln zu warten, ist wohl immer der schwerste. An anderer Stelle kann ein Psalmist, der seine Lektionen wohl schon gelernt hat, sagen: „Das ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf den Herrn harren“.

In der Situation, aus der Paulus hier schreibt, steht ihm wohl der sichere Tod vor Augen. Unter Kaiser Nero hatte das für Christen ja eine besondere Bedeutung. Paulus sieht aber auch darin den Herrn, der ihn herausreißt und in die Ewigkeit holt. Die Situation selber ändert sich nicht und wird auch nicht weniger notvoll. Aber dadurch, daß Paulus den Herrn der Situation, seine Macht und sein Handeln kennt, verliert sie ihren Schrecken. Und was bleibt, ist die Anbetung.