Losung 18.Januar 2026
Jesaja 60,17: "Der Herr spricht: Frieden mache ich zu deiner Wache und Gerechtigkeit zu deiner
Obrigkeit."
2.Johannes 3: "Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn des
Vaters, sei mit uns in Wahrheit und Liebe!"
Die Behörden des Reiches Gottes
Alle exekutiven Vollmachten im Reich Gottes liegen also bei Gottes Gerechtigkeit, während sein
Friede für die innere und äußere Sicherheit verantwortlich ist. Vielleicht sollte man das mal zur
Kenntnis nehmen, bevor man behauptet, diese Welt sei schon das Reich Gottes.
Jetzt ist es aber durch alle Zeiten und an allen Orten schon so, dass, wer Eigentum Jesu Christi ist,
unter der Heilstatsache aus Kolosser 1 lebt: „Er hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes“. In den
weltlichen Zusammenhängen, in denen wir ja zunächst mal leben, ist das nicht immer zu sehen;
Gemeinde Jesu hat unter islamischen oder kommunistischen Bedingungen schwer zu leiden. In den
geistlichen Zusammenhängen unseres Lebens, die Jesus als die entscheidenden schildert, sind die
behördlichen Zuständigkeiten aber geklärt.
Gottes Treue und Wahrhaftigkeit machen es erforderlich, dass Israel noch weltliche Verheißungen zu
gewärtigen hat: Gottes Gerechtigkeit und Friede werden die Regierung übernehmen, wenn auch
noch Schweres durchzukämpfen ist. Pilatus, was immer man von ihm halten mag, hat dem Volk
Gottes seinen Christus vorgestellt und bekam die Antwort: „Sein Blut komme über uns und unsere
Kinder“. Ich finde Gottes Reaktion erschütternd bis ins Mark: Bitte schön, könnt ihr haben! Dann
wiederum können „Gottes Gnade und Erwählung ihn aber nicht gereuen“; das ist Israels Hoffnung.
Diejenigen, die Israels Messias angenommen haben, leben schon unter den Bedingungen seiner
Herrschaft: Seine Gerechtigkeit regiert unser Leben, sein Friede bewacht es. Der Vater und der Sohn
füllen es mit dem, was ihnen gemäß ist. Gnade heißt: Wir bekommen nicht, was wir verdient haben.
Barmherzigkeit heißt: Wir bekommen, was wir nicht verdient haben. Der Begriff „Gerechtigkeit“
bedeutet: Gott regiert genau so, wie es seinem heiligen Wesen gemäß ist. Den „verborgenen Gott“,
der für Luther noch unbegreiflich war, brauchen wir nicht zu fürchten, weil wir den „geoffenbarten
Gott“ in Jesus Christus ergreifen können. Hierin liegt der Friede.
Gerade für den „Donnersohn“ Johannes ist „Wahrheit und Liebe“ ein bemerkenswertes Begriffspaar.
Aber genau das zeichnet den „Sohn des Vaters“ aus. Das ist seine Art, Menschen zu begegnen. Im
Begegnungs-Evangelium des Johannes wird das immer wieder deutlich, wie bei Nikodemus oder der
Frau am Jakobsbrunnen. So begegnet der Auferstandene Maria und Thomas und sogar Petrus. Was
bedeutet „Wahrheit und Liebe“ für solche Choleriker wie Johannes und Jakobus? Vielleicht wird
gleichzeitig nichts und alles zugedeckt. Vielleicht schneidet der Chirurg Jesus mit Wahrheit und
vernäht mit Liebe. Was mag es bedeuten, wenn Johannes das einer Gemeinde wünscht?
