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18.10.2026

Losung 18. Oktober 2026

Haggai 2,9: Ich will Frieden geben an dieser Stätte, spricht der Herr Zebaoth.

 

Markus 11,17: Steht nicht geschrieben: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker“?

 

Das Haus Gottes

 

Es sind einige Jahre ins Land gegangen, seit Teile des jüdischen Volkes aus Babylon zurückkehren konnten. Vielen der neuen Bewohner Judäas paßte das nicht. Aber richtig auf die Barrikaden gegangen sind sie erst, als die Juden anfingen, ihren Tempel wieder aufzubauen.  Das Haus Gottes? Auf gar keinen Fall!

An dieser Stelle treten Haggai und Sacharja auf. V.a. Haggai macht geltend, daß Gottes Volk nun die Priorität auf das Haus Gottes legen muß. Der Ort der Gegenwart Gottes und damit die Möglichkeit, die Gemeinschaft mit ihm zu suchen, ist das A und o für den Wiederanfang. Zu diesem Wiederanfang muß dazugehören, daß Gottes Volk die Reihenfolge klarkriegt: Die eigenen Angelegenheiten sind nachrangig gegenüber den Angelegenheiten Gottes. Und das beginnt mit dem Zustand seines Hauses.

Gott gibt dazu auch eine Verheißung: Der Ort meiner Gegenwart soll der Ort meines Friedens sein. D.h., Gott will mit seinem Frieden gegenwärtig sein. Frieden hatte Juda schon lange nicht mehr erlebt, was durchgängig daran lag, daß sie Gott nicht die Stellung und Autorität einräumten, die ihm gebührt. Deshalb war der Neuanfang nötig, und sie bekamen – im Gegensatz zum Nordreich – diesen Neuanfang aus Gnade geschenkt. Mit diesem Neuanfang verbindet Gott den schon lange gefaßten Vorsatz: Frieden.

Heilsgeschichtlich tritt aber eine Veränderung ein: In der Zeit des zweiten Tempels hört Gott irgendwann auf, sein Volk zu erziehen, und schweigt. Den Vorsatz, seinen Frieden zu bringen, verfolgt er aber trotzdem, und zwar in Person seines Friede-Fürsten Jesus Christus.

Dieser Friede-Fürst kommt als Eigentümer seines Hauses in der Absicht, Gottes Frieden zu schaffen, und findet ein Haus vor, in dem es nichts so wenig gibt wie die möglichkeit, Gott zu begegnen. Wie soll man aber den Frieden Gottes finden, wenn man den Gott des Friedens nicht suchen kann? Jesu Vorwurf an die Haus-Besetzer ist wohl justiziabel gemeint und dürfte sich im Gericht noch wiederfinden: „Ihr habt es zu einer Räuberhöhle gemacht“.

Gott will, daß sein Frieden in seiner Gegenwart gefunden werden kann. Dafür handelt Gott souverän und völlig ausreichend: „Christus ist unser Friede“  (Epheser 2), und der wurde an Weihnachten Mensch.

Das Haus Gottes mag man nun nicht mehr so buchstäblich und äußerlich sehen wie im Alten Bund; seine Heiligkeit ist aber nicht weniger relevant. In der Gemeinde Jesu muß der Friede Gottes in Christus zu finden sein mit allem, was das bedeutet. Gemeinde Jesu darf sich auch nie selbst genügen, solange Jesus die Welt-Mission noch nicht beendet hat.