Losung 12.Juli 2026
Jeremia 25,4: "Herr, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten."
Matthäus 2,19-20: "Der Engel des Herrn erschien dem Josef im Traum in Ägypten und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter und zieh hin in das Land Israel! Sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben getrachtet haben."
Bewahrung
Wieso hat Gott Herodes eigentlich nicht direkt gerichtet. Dann hätte man sich doch den ganzen Aufriß mit Ägypten sparen können. Ist das Gottes Grundsatz, dass er den Tod des Sünders nicht will? So stehen immer wieder Tyrannen auf, richten sich gegen Gott und die, die zu ihm gehören, und können sogar eine Zeitlang ihr Unwesen treiben. Diese Welt ist nicht das Reich Gottes und wird es auch durch noch soviel Transformation nie werden, weil „der Gott dieser Weltzeit“ ein anderer ist. Gott lässt sich aber an nichts hindern, was er sich vorgenommen hat. Das machen die Engel bei Josef deutlich: Erst rechtzeitiger Abgang, dann wieder grünes Licht, als die Luft rein ist. Das „Kindlein“, das der Welterlöser werden sollte, war immer bedroht, aber nie in Gefahr, weil es Gottes Plan war, es zu bewahren. Nicht immer ist das, wofür Jeremia Gott lobt, im Äußeren zu erleben, und für viele ist das eine schwere Anfechtung. Paulus schreibt in 2. Korinther 4, dass Christen in dem Spannungsfeld unterwegs sind, dass zwar der äußere Mensch unter den Bedingungen dieser Welt bleibt, die sich für Christen vielleicht auch noch verschärfen, dass aber der innere Mensch von Tag zu Tag erneuert wird. Er beschreibt das als einen Prozeß, in dem der Christ lernt, vom Sichtbaren auf das Unsichtbare, vom Irdischen auf das Ewige, von seiner eigenen Ohnmacht auf die „überschwengliche Kraft“ Gottes zu sehen. Diese Kraft bewirkt im Leben der Christen die entscheidende Veränderung: Zwischen all das Notvolle, das von außen eindringt, und den „inneren Menschen“ tritt ein großes Aber, wie es schon Josef zusammenfaßt: Ihr gedachtet, es böse zu machen, aber Gott gedachte, es gut zu machen. „Dem Kindlein nach dem Leben trachten“ bleibt das große Ziel des „Gottes dieser Weltzeit“. Der ist allerdings auch schlau genug zu wissen, dass er an den erhöhten Herrn nicht mehr drankommt, und so versucht er es beim Volk Gottes. Für die Gemeinde Jesu gilt hierbei zu allen Zeiten und an allen Orten: „Versetzt in das Reich seines lieben Sohnes“. Sie befindet sich also in einem Herrschaftsbereich, der außerhalb der Reichweite böser Mächte ist. Viel Grund zum Danken! Viel Grund zum Bitten: Für Gottes Volk gilt das noch nicht. Sie brauchen es dringend, dass Gottes „überschwengliche Kraft“ sich wie die wolken- und Feuersäule zwischen ihnen und der Verfolgung aufrichtet. Aber Gott lässt sich auch hier von seinen Zielen nicht abhalten.
