Losung, 14. Dezember 2025
Psalm 28,1: "Wenn ich zu dir rufe, Herr, mein Fels, so schweige doch nicht!"
Lukas 7,7: "Der Hauptmann bat Jesus: Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!"
Leben mit dem Gott, der redet
So lautete in den 80er Jahren ein Buchtitel von Klaus Bockmühl, damals St. Crischona. Es ging darum,
Christen die Überraschung zu nehmen, dass Gott manchmal antwortet, und ihnen Mut zu machen,
sich darauf einzulassen, dass der lebendige Gott in ihr Leben hineinredet. Gläubige der Bibel bitten
Gott oft, konkret in ihr Leben hineinzureden, und sie erwarten sich davon machtvolle Hilfe.
Der Hauptmann hatte erkannt, welche Befehlsgewalt Jesus hatte. Er selbst stand in einer
Befehlskette und wusste, wie sowas funktioniert. In Jesus sah er nun denjenigen, der an der Spitze
aller Befehlsketten steht, so dass ein Wort von ihm reichen würde. Er rechnete mit der Macht Jesu,
und er rechnete mit dem Willen Jesu, diese Macht zur Hilfe für seinen Diener einzusetzen.
Er sieht Jesu Macht als so groß an, dass sie mit minimalem Aufwand auskommt: „Sprich nur ein
Wort!“. Diese Klarheit, mit der der Hauptmann auf Jesus sieht, nimmt der zum Anlass, sich seinen
Jüngern zuzuwenden: Nehmt euch an dem mal ein Beispiel. Der kann euch beibringen, wie man an
mich glaubt.
Damit meine ich keine Praktiken wie das Hörende Gebet, bei dem man alle möglichen Geister
einlädt, alles Mögliche zu reden. Gott hat sich aber den Menschen als Gegenüber geschaffen, und
das bedeutet Kommunikation. Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme“. Was bedeutet das,
wenn direkte Rede oder Offenbarung nicht gemeint sind?
Ich vermute, es geht um persönliche Begegnung des Vaters mit seinem Kind, des Hirten mit seinem
Schaf. Diese ist hoheitlich, d.h., Vater und Hirte bestimmen, wie sie aussieht. Sie haben dazu alle
Vollmacht, haben sich aber gleichzeitig, damit es für uns verlässlich identifizierbare Begegnung ist, an
Gottes Wort gebunden.
Kind und Schaf dürfen diese Begegnung suchen. Wenn Gottes Seelsorge gebraucht wird, wird der
Vater nicht schweigen; wenn Jesu Macht gebraucht wird, wird der Herr sich nicht unbezeugt lassen.
