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11.10.2026

Losung 11. Oktober 2026

Richter 8,23: Gideon sprach: Ich will nicht Herrscher über euch sein, sondern der Herr soll Herrscher über euch sein.

 

Johannes 20,28: Thomas sprach zu Jesus: Mein Herr und mein Gott!

 

Herrschaftswechsel

 

Dieses Thomas-Bekenntnis ist gewissermaßen das Gipfelkreuz des Johannes-Evangeliums. Alle Berichte von Jesus, alle Reden Jesu zielen auf diese Erkenntnis ab, die dann zum Bekenntnis wird, und das kann gar nicht persönlich genug verstanden werden: Mein Herr und mein Gott. Nach Johannes besteht Ostern auch nicht vorrangig in der Tatsache der Auferstehung als etwas Abstraktem, sondern in einer persönlichen Begegnung mit dem Auferstandenen und der daraus folgenden Frage: Wer ist Jesus für dich?

Die besitzanzeigenden Fürwörter zeigen, daß im Leben des Thomas Entscheidendes passiert ist. Ausgerechnet dieser Skeptiker mit seiner distanzierten Grundhaltung macht sich das Geschehen von Ostern völlig rückhaltlos zu eigen und gibt sich völlig rückhaltlos dem zu eigen, der ihm da begegnet. Diese Erkenntnis Jesu, die das Leben des Thomas völlig auf links dreht. Offenbart ihm die ganze Wahrheit Jesu. Als Gott hätte Thomas ihn vorher wohl nicht bekannt.

Die Gottheit Jesu muß aber Konsequenzen haben. Die erste ist die, daß aus dem „Herr“ im Sinne eines Herrn Meier-Schmitz, dessen Ideen man gut findet, ein „Herr“ im Sinne von „Sag mir, wo es lang geht!“ wird, wie es bei Petrus im überladenen Fischerboot war (Lukas 5). So wird die Nachfolge des Parteigängers zur Nachfolge des Schafes.

Diesen Herrschaftswechsel propagiert auch Gideon. Er kommt zwar zunächst nicht aus der Gottheit Gottes, sondern aus dem „Hilfe, ich doch nicht!“ Gideons. Aber das schließt Gott in seine Hand und überwindet es sehr schnell mit seiner Gottheit. So verwandelt Gott Gideons überwundene Angst zur Überzeugung von seiner Herrschaft und zur gewissen Begründung für Gideons Aufruf.

Gideon ist das Parade-Beispiel für Luthers Spruch vom „verzagten A…“ und dem „fröhlichen F…“. Genau deshalb kann Gott ihn so prima gebrauchen, um zu zeigen, was mit dem Wechsel hin zur Herrschaft Gottes gewonnen ist. Wie kommt man sich wohl vor, wenn man in einen Krieg gegen ein riesen Heer ziehen soll, dann aber von Gott gesagt kriegt: Schick erstmal deine Leute nach Hause!? Würde man sich dann nicht auch selber unter die Leute mischen, die nach Hause gehen? Gott sagt: Wenn du mich herrschen läßt, brauchst du gar nicht selber zu versuchen, kraft deiner eigenen Ohnmacht was zu reißen.