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11.01.2026

Losung 11. Januar 2026

Psalm 50,1: "Gott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu
ihrem Niedergang."
Markus 16,15: "Gehet hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium aller Kreatur!"


Gott ruft
Das Erste, was Gott ausruft, ist wohl seine Herrschaft über die ganze Erde. Die Prophetie macht es an
vielen Stellen deutlich, dass Gott diesen Anspruch niemals aufgegeben hat, und dass er deshalb auch
„vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ sein Lob erwartet. Gott die Herrschaft zu
verweigern, führt ins Gericht.
Gott ruft zur Buße. Er fordert „vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ die Völker dazu auf,
sich ihm zuzuwenden. Gott diese Umkehr zu verweigern, führt ins Gericht. Mission ruft Menschen
aus diesem Gericht heraus. Deswegen bleibt Mission der Auftrag der Gemeinde, bis Gott die
heilsgeschichtlichen Weichen anders stellt. Deswegen bleibt der Kern der missionarischen
Verkündigung der Ruf zur Umkehr.
Weil Gott eben nicht will, dass Gericht die Perspektive seiner Menschen ist, gibt es dieses
entscheidende Reden und Rufen Gottes „zuletzt in seinem Sohn“, im Evangelium. „Das Boot ist voll“
mag auf der Titanic gegolten haben, für die Gemeinde gilt es nicht, bis die Zeit der Gemeinde vorbei
ist. Solange „ein Schiff, das sich Gemeinde nennt,“ noch auf den Weltmeeren rumtuckert, schmeißt
die Mannschaft Rettungsringe raus; solange ruft sie: Packt zu, ihr müsst gerettet werden!
In Offenbarung 10 finden wir ein erschreckendes Bild für ein Rufen Gottes, das sich in seinem Inhalt
geändert hat. Der „starke Engel“, der dort in Gottes Heiligkeit auf Land und Meer tritt, ruft im Namen
Gottes mit mächtiger Stimme. Aber er ruft nach den auch schon furchtbaren Bußgerichten jetzt die
Strafgerichte herbei. Bis dahin ist Zeit zur Umkehr, dann ist keine Zeit mehr.
„Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht!“ Mit diesem Ernst ruft
der Schreiber des Hebräerbriefes sogar die Gemeinde zur Umkehr. „Ich bin bekehrt, jetzt mach ich,
was ich will“ kann also als Haltung in der Gemeinde nicht bestehen. Noch schlimmer ist die Haltung
„Ich bin zum Glauben gekommen“. Das hat nämlich mit meinem Herzen und mit meinem Leben gar
nichts zu tun.
Umso wichtiger ist auch in der Gemeinde der Auftrag „Predigt das Evangelium!“. Ich darf immer zu
Jesus kommen – egal, womit; egal, wie ich ihn brauche; egal, wie er mein Herr sein muss. Ich finde
immer sein Kreuz und die Kraft seines Blutes und seiner Auferstehung – egal, was sie in meinem
Leben ausrichten müssen.