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08.02.2026

Losung 08. Februar 2026

Psalm 126,3: "Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich."

Apg 2,46-47: "Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel, brachen das Brot hin und her in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlgefallen beim ganzen Volk."

Grund zur Freude

Die äußeren Umstände der ersten Jerusalemer Gemeinde waren sicherlich nicht die allerbesten. Die Christen dürften nach den Geschehnissen von Pfingsten zunächst mal unter verschärfter Beobachtung gestanden haben. Es war dann vielleicht das Miteinander, das allmälich für Wohlwollen beim Volk gesorgt hat. Das Große, das Gott getan hat – im Psalm und im Leben der ersten Gemeinde -, ist die Erfüllung einer messianischen Verheißung: „Er macht die Gefangenen frei“. In diesem – vermutlich ja exilischen (s. Ps 137!) – Psalm geht es um physische Freiheit für Gottes Volk. Im messianischen Handeln Jesu Christi geht es um eine tiefere, umfassendere Freiheit, die Befreiung aus dem Gefängnis der Sünde und des Todes – aus dem Gefängnis also, in dem der Satan selber der Kerkermeister ist. Dass Johannes, der Täufer, an Jesus irre wurde, lag an einem falschen Verständnis dieser Freiheit. Er saß im Gefängnis und erwartete von Jesus, dass er „die Gefangenen (physisch) freimacht“. Er hatte ihn ja öffentlich als den Messias bekannt. Jesus erkannte die seelsorgliche Not des Johannes und nahm sie auf, indem er sich als Messias durch sein Handeln auswies. Damit sollte Johannes deutlich werden, dass er nur an seinen Erwartungen irregeworden war, ein klarer Blick auf Jesus ihn aber neu aus- und aufrichten konnte. Die Freiheit, die Jesus wirklich schenkt, ist das großartige Zeugnis unserer Geschwister, die um Jesu willen keine äußere Freiheit haben. Diese Freiheit macht ihren Glauben fest und ihr Zeugnis glaubwürdig. Deswegen wächst Gemeinde Jesu durch Verfolgung und schrumpft eher durch äußere Freiheit. Die messianische Freiheit war die Triebkraft und die Freude der ersten Gemeinde. Was Paulus „die herrliche Freiheit der Kinder Gottes“ (Römer 8) nennt, war offenbar die Gestaltungskraft ihrer Gottesdienste und ihres Gemeindelebens. In der Kraft dieser Freiheit gestalteten sie wohl auch ihr Miteinander trotz aller Umstände so, dass sie „Wohlgefallen beim ganzen Volk“ fanden. Sie lebten miteinander in der Freiheit, der Königsherrschaft Gottes anzugehören, die Paulus in Römer 14 benennt: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“. Diese Königsherrschaft ist – für mich immer völlig unverständlich – frei von allem Äußeren. Jesus sagte zu Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Aber es ist weltweit so lebendig und gegenwärtig wie Jesus selber.