Losung 07. Juni 2026
Psalm 138,7:"Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich."
Johannes 16,33: "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden."
Bedrängnis
So wäre das griechische Wort eigentlich statt Angst zu übersetzen. Es geht also nicht um ein Gefühl, sondern um ganz objektive Schwierigkeiten. Jesus sagt dazu: Völlig normal, dass ihr Schwierigkeiten habt, ändert sich auch nicht. Was aber für Leute Gottes anders ist, ist ihr Stand in den Schwierigkeiten. So sagt David: Mein Gott ist mit seiner Hilfe mit mir drin. Und Jesus sagt: Ich bin mit meiner Herrschaft drüber. Wenn David von „wandeln“ spricht, ist das offenbar nicht nur mal ein bißchen Bedrängnis. Es heißt eher, dass ein nicht näher bemessenes Stück Lebensweg in Bedrängnis gegangen werden muß. Die Bedrängnis durch König Saul war so aufreibend, dass David irgendwann dachte, er wäre bei den Philistern besser aufgehoben. Und Jahre später kam nochmal quasi aus heiterem Himmel die Bedrängnis durch seinen Sohn Absalom. Passiert Leuten Gottes denn sowas überhaupt? Offensichtlich schon. Haben Christen Krankheiten, die Gott nicht heilt? Paulus ist das beste Beispiel. Dafür bekommt Paulus von Gott die Zusage: Je schwächer du bist, desto mächtiger bin ich (2.Kor. 12,9). Die Jünger bekommen von Jesus die Zusage: Weil eure Bedrängnisse zum normalen Leben dazu gehören, gehören sie auch in mein leeres Grab. Ich bin Herr darüber! Jesus erläutert noch einen bestimmten Grund, weshalb seine Leute bedrängt werden. Das ist der Hass auf ihn. Und hier wird es schwierig, Bedrängnisse auszuhalten. Die eigentliche Gefahr bei Christenverfolgung ist der Gedanke: Ich kann die Verfolgung ganz schnell beenden, wenn ich Christus abschwöre. Es geht dem „Fürsten dieser Welt“ nicht um die Christen an sich; es geht ihm darum, dass sie möglichst keine Christen mehr sein sollen. Umso entscheidender ist es, dass unsere Bedrängnisse seinem Sieg unterstehen. Wir dürfen uns mit aller Ohnmacht und Angst, die solche Bedrängnisse bewirken, an seine Überwindermacht hängen. Bemerkenswert ist, dass Jesus nicht nur die Bedrängnisse überwunden hat, sondern gleich die ganze Lebensrealität, in der die Bedrängnisse stattfinden. Seine Überwindermacht ist also noch viel größer, als Bedrängnisse es brauchen würden. Verfolgte Christen bezeugen oft nicht die Beseitigung der Bedrängnisse, sondern die Gegenwart der Größe Gottes in ihnen. Das macht mir mit meinem westlich-verwöhnten Fokus die Zeugnisse manchmal schwer verständlich.
