Losung 02. August 2026
5. Mose 18,14: "Die Völker hören auf Zeichendeuter und Wahrsager. Dir aber hat der Herr, dein Gott, so etwas verwehrt."
Galater 4,9: "Da ihr Gott erkannt habt, ja, vielmehr von ihm erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von Neuem dienen wollt?"
Trennung
Die Zugehörigkeit zu Gott trennt. Das ist die erste Bedeutung von Heiligung. Eigentum Gottes ist nicht mehr für alles andere auch noch ansprechbar. Das wird in der Bibel zwar als Anspruch Gottes formuliert, ist aber vom Evangelium her zu verstehen.
Paulus sieht eine große Gefahr, dass die an sich doch „schwachen und dürftigen Mächte“ die Galater wieder von Christus wegziehen. In Christus haben sie diese Macht eigentlich nicht mehr. Umso entsetzter ist Paulus, dass die Galater ihnen diese Macht wieder einräumen. Deswegen trifft er am Anfang des Briefes diese scharfe Unterscheidung: Entweder Jesus Christus allein oder der Fluch. Das reformatorische „solus christus“ wird nirgendwo schärfer formuliert als im Galaterbrief, weil hier auch die Not am sichtbarsten wird: Was nicht zu Christus führt, führt zurück in den Tod.
Im Sinai-Bund macht Gott deutlich, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen „dem Volk seines Eigentums“ und den Heiden-Völkern zu geben hat. Das liegt daran, dass der heilige Gott sich grundsätzlich von allen anderen unterscheidet. Aus diesem Eigentumsrecht kommt der Anspruch: „Seid heilig, denn ich bin heilig!“. Der Eigentümer will sich an seinem Volk offenbaren und verherrlichen und so erkennbar und unterscheidbar machen. Er will, dass Menschen sein Wesen erkennen und zu ihm kommen können. Das war der Missionsauftrag des Volkes, und er ist es noch für die Gemeinde.
Gott schützt durch Trennung. Seine Trennungsgebote sind Bewahrung und Seelsorge. Hier wird nicht menschlicher Gesetzlichkeit das Wort geredet, hier warnt ein Vater sein Kind: Faß die Cobra nicht an, auch wenn sie so niedliche Segelohren hat! Es geht nicht um Trennung von allem und jedem, „sonst müssten wir ja die Welt räumen“. Es geht um Trennung von solchen Dingen oder Verhältnissen, bei denen ein fürsorglicher Vater Schutzbedarf für seine Kinder sieht. Zauberei und Wahrsagerei geben dem Satan unmittelbar Einfluss. Übrigens ist „Zauberei“ im Neuen Testament oft die Übersetzung von „pharmakeia“, was im engeren Sinne die Verwendung bewusstseinserweiternder Drogen bei Ritualen heidnischer Kulte meint.
Die pubertäre Frage, was ich als Christ noch darf, trägt ja in sich selbst das Streben nach außen, weg von Christus. Die Frage: Was treibt Gottes Herz eigentlich um, warum ordnet er bestimmte Dinge an, wovor will er mich schützen?, würde mich dagegen in die kindliche Suche nach seiner Seelsorge führen.
